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Loslassen lernen: So stärkst du die Selbstständigkeit und Bindung zu deinem Kind

Veröffentlich
22.12.25
Leonie Ries
Autor

Lerne, wie du dein Kind loslassen kannst, ohne die Bindung zu verlieren. Erfahre, wie Vertrauen, Freiraum und achtsames Begleiten eure Beziehung stärken – Schritt für Schritt.

Nähe bewahren, Freiheit schenken

Loslassen – ein kleines Wort mit einer riesigen Bedeutung für uns Eltern. Eigentlich beginnt es schon mit der Geburt: Wir lassen unser Kind ins Leben, schenken ihm Freiheit und ermöglichen eigenständige Entfaltung. Ab diesem Moment begleitet uns das Loslassen durch jede Phase der Elternschaft, bis unser Kind eines Tages als erwachsener Mensch selbstständig seinen eigenen Weg geht.

Dabei bedeutet Loslassen nicht, das Kind allein zu lassen. Es heißt, Vertrauen zu schenken, Raum für eigene Erfahrungen zu geben und gleichzeitig als sichere Bezugsperson präsent zu bleiben. Je stärker die Bindung zwischen euch ist, desto leichter kann dein Kind Freiheiten annehmen, ohne die Verbindung zu verlieren. Oft fällt uns genau das schwer, weil Ängste und Kontrollbedürfnisse tief in uns verankert sind. Wir wollen schützen, Fehler verhindern, unangenehme Erfahrungen fernhalten. Doch genau diese Erfahrungen sind entscheidend für Selbstständigkeit, Selbstbewusstsein und Kompetenzentwicklung.

Loslassen beginnt nicht erst in großen Lebensphasen, sondern in kleinen Momenten des Alltags: beim Anziehen, bei der Wahl der Kleidung, bei Freizeitaktivitäten oder eigenen Entscheidungen. Es braucht Geduld, Vertrauen und den Mut, Entscheidungen auch einmal stehen zu lassen – selbst dann, wenn sie nicht unseren Vorstellungen entsprechen. So lernt dein Kind, Verantwortung zu übernehmen, eigene Wege zu gehen und aus Erfahrungen zu wachsen.

Wichtig ist auch der Blick nach innen. Welche Ängste oder Erwartungen halten dich gerade zurück? Oft geht es weniger um das Kind als um eigene Themen: Kontrolle, das Bedürfnis nach Sicherheit oder die Angst vor Verlust. Je mehr wir innerlich loslassen, desto entspannter wird die Beziehung – denn Druck erzeugt meist Gegendruck.

Statt Abhängigkeit geht es um eine liebevolle, freie Bindung. Gib deinem Kind Wurzeln und Flügel: Wurzeln, die Sicherheit und Vertrauen schenken, und Flügel, die es ihm erlauben, eigenständig zu wachsen. Vielleicht magst du dir dazu ein paar Fragen mitnehmen: Was hält dich im Moment davon ab, deinem Kind mehr zuzutrauen? Ist es wirklich dein Kind, das losgelassen werden darf – oder ein Teil von dir? Und wo hältst du aus Angst fest, obwohl Vertrauen dort Raum bekommen könnte?

Nimm dir Zeit für diese Gedanken. Jeder kleine Schritt im Loslassen stärkt nicht nur dein Kind, sondern auch eure Beziehung – leise, nachhaltig und tief.

Alles Liebe, deine Leonie♥️

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