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Warum du dir deinen Stress selbst machst - Christine Kühnle im Interview

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Stresscoach Christine Kühnle erklärt, warum du dir Stress selbst machst und wie du mit kleinen Pausen und klaren Entscheidungen innerlich zur Ruhe kommst.

Kennst du das Gefühl, morgens aufzuwachen und sofort im Gedankenkarussell zu stecken? Die To-do-Liste rattert, der Familienalltag ruft, und irgendwo dazwischen fragst du dich: Wann hört das eigentlich auf?

Genau darüber habe ich mit Stresscoach und Entspannungstrainerin Christine Kühnle gesprochen. Und ich verspreche dir: Dieses Gespräch wird einiges in dir bewegen. Denn Christine bringt etwas mit, das viele von uns dringend brauchen. Einen neuen Blick auf Stress. Einen, der nicht verurteilt, sondern befreit.

Wer ist Christine Kühnle?

Christine Kühnle ist Stresscoach und Entspannungstrainerin. Sie begleitet Frauen dabei, ihr Gedankenkarussell zu stoppen. Damit sie innerlich zur Ruhe kommen, Kraft schöpfen und die schönen Momente wieder genießen können.

Ihr Weg dorthin ist alles andere als theoretisch. Christine stand selbst einmal kurz vor dem Burnout. Und genau diese Erfahrung hat sie verändert. Sie erkannte, dass sie einen großen Teil ihres Stresses selbst gemacht hatte. Durch Gedanken, Erwartungen und Regeln, die sie sich selbst auferlegt hatte.

Heute gibt sie dieses Wissen weiter. An Frauen in ihrem Coaching, aber auch an Unternehmen in Vorträgen und Workshops. Du findest sie unter www.christine-kuehnle.de.

Stress ist nicht dein Feind. Zumindest nicht immer.

Das war eine der ersten Aussagen, die mich in diesem Gespräch innehalten ließ. Christine macht deutlich, dass Stress zunächst einmal etwas ganz Natürliches ist.

Stress hat uns als Menschen weiterentwickelt. Er macht uns leistungsfähig, anpassungsfähig und lösungsorientiert. Das Problem entsteht erst, wenn er überhandnimmt. Dann kippt er. Dann wird er zum Feind, der uns krank machen kann.

Christine bringt es so auf den Punkt: Es geht nicht darum, Stress aus dem Leben zu verbannen. Das geht ohnehin nicht. Es geht darum, einen guten Umgang damit zu finden. Die positiven Seiten zu nutzen und die negativen zu begrenzen.

Stress ist so individuell wie dein Fingerabdruck

Was dich stresst, muss deine beste Freundin nicht einmal ansatzweise stressen. Das liegt an deinen Erfahrungen, deiner Geschichte, deiner inneren Landkarte.

Christine erklärt, dass unsere Reaktionen auf Situationen geprägt sind durch das, was wir erlebt haben. Deshalb ist es so wichtig, Stress nicht zu vergleichen. Weder mit anderen noch mit einem gesellschaftlichen Ideal davon, wie viel Stress man „darf".

Und genau hier liegt ein großes Problem. Denn Stress hat in unserer Gesellschaft ein merkwürdiges Ansehen bekommen.

Der Stress-Doppelstandard: Was das mit Müttern macht

Beruflicher Stress gilt oft als Zeichen von Wichtigkeit. Wer viel arbeitet, viel erreichbar ist, viel schafft, der hat scheinbar einen wertvollen Platz in der Gesellschaft.

Für Mütter dreht sich das um. Wenn du als Mutter sagst, du bist gestresst, kommt oft das Gefühl: Ich schaffe das nicht. Ich bin nicht gut genug. Die anderen kriegen das doch auch hin.

Christine benennt das klar. Der hohe Erwartungsdruck an Frauen und Mütter ist real. Und er ist unfair. Denn Care-Arbeit wird gesellschaftlich oft als selbstverständlich betrachtet. Als etwas, das „einfach klappt". Und wenn es sich nicht so anfühlt, fragen sich viele Mütter: Was stimmt mit mir nicht?

Die Antwort lautet: nichts. Aber das Gedankenkarussell dreht sich trotzdem weiter.

Das Gedankenkarussell und was es mit deiner Verbindung macht

Christine beschreibt etwas, das ich aus meiner Arbeit mit Eltern sehr gut kenne. Wir sind mit unserem Kopf überall, nur nicht im Moment.

Wir grübeln über die Vergangenheit. Wir sorgen uns um die Zukunft. Wir verwalten innerlich To-do-Listen. Und dabei verpassen wir das Wichtigste: den echten Kontakt mit unserem Kind.

Denn guter Kontakt entsteht, wenn wir die andere Person wirklich wahrnehmen. Sinnlich. Präsent. Ohne Filter. Wenn wir aber ständig im Kopf beschäftigt sind, legt sich genau dieser Filter zwischen uns und unser Kind.

Christine sagt es wunderschön: Wir erinnern uns nicht an konkrete Erlebnisse. Wir erinnern uns an das Gefühl, das wir im Kontakt mit einem Menschen hatten. Und genau das nehmen auch unsere Kinder mit.

Warum wir nie wirklich pausieren und was das mit uns macht

Selbst Selbstfürsorge ist für viele Frauen inzwischen ein Druckfaktor geworden. Christine nennt es treffend: Performen in der Selbstfürsorge.

Die Me-Time hat einen Plan. Die Meditation ist ein To-do. Die Pause hat ein Ziel. Und dann ist es eben keine echte Pause mehr.

Christine definiert eine echte Pause so: Man unterbricht nicht nur das Tun, sondern auch das Müssen. Nur dann kann das Nervensystem wirklich loslassen.

Dazu kommt, dass wir inzwischen jede freie Minute füllen. Mit Scrollen, mit Podcasts, mit irgendetwas. Dabei braucht unser Körper alle 60 bis 90 Minuten eine natürliche Verarbeitungsphase. Wenn wir diese immer unterbrechen, entsteht Überreizung. Dauerhaft.

Kleine Breaks statt großer Pläne: Was wirklich hilft

Christine empfiehlt keine stundenlangen Meditationssessions. Sie empfiehlt etwas viel Zugänglicheres: kleine Breaks über den Tag verteilt.

Schon eine Minute reicht. Auf dem Klo. In der Supermarktschlange. Am Herd. Einfach kurz innehalten und fragen: Was fühle ich gerade in meinem Körper? Woran denke ich? Was brauche ich gerade, damit es mir gut geht?

Und dann gibt es noch die Übergänge. Bevor du zur Arbeit fährst. Nachdem die Kinder aus dem Haus sind. Bevor der nächste Termin beginnt. Diese Momente eignen sich wunderbar, um alles einzusammeln und wieder in den Körper zurückzukehren.

Denn unser Körper sendet ständig Signale. Verspannte Schultern. Ein hochgezogener Kiefer. Ein enger Nacken. Wer diese Signale wahrnimmt, kann früh gegensteuern. Und genau das übt man mit Entspannungstechniken.

Christines Lieblingsmeditation: Die Sinne aktivieren

Christine teilt im Gespräch ihre aktuelle Lieblingsmeditation. Sie setzt sich hin, geht bewusst durch ihren Körper und aktiviert in ihrer Vorstellung alle Sinne.

Sie stellt sich das Meer vor. Sie hört die Möwen. Sie riecht die Salzluft. Sie schmeckt die frische Waffel vom Strandkiosk. Sie schaut sich um.

Das klingt einfach. Und das ist es auch. Aber es ist kraftvoll. Denn es bringt das Nervensystem aus dem Stressmodus heraus und schafft Raum für Erholung und Weite.

Und das muss nicht in der Meditation bleiben. Auch der Kaffee am Morgen kann zur Mini-Meditation werden. Das Duschen auch. Einfach mal wirklich wahrnehmen, was gerade passiert. Das Wasser auf der Haut. Den Geruch. Die Wärme.

Ich muss oder ich möchte: Der entscheidende Unterschied

Einer der stärksten Momente im Gespräch war dieser: Christine spricht darüber, wie das Gefühl der Fremdbestimmung Stress verstärkt.

Viele Mütter, besonders mit sehr kleinen Kindern, haben das Gefühl: Ich kann nicht. Ich habe keine Wahl. Jemand anderes bestimmt über mich.

Christine dreht das um. Sie fragt: Ist es wirklich so, dass du keine Wahl hast? Oder hast du eine Wahl, aber du entscheidest dich bewusst gegen die Alternative, weil sie deinen Werten widerspricht?

Wenn aus „Ich muss meinem Kind jetzt da sein" ein „Ich möchte meinem Kind jetzt da sein" wird, ändert sich die Situation nicht. Aber das Gefühl ändert sich komplett. Du bist wieder handlungsfähig. Du bist wieder Akteurin deines Lebens.

Und genau das ist Stressmanagement in seiner tiefsten Form. Christine fasst es am Ende des Gesprächs in einem Satz zusammen: Stressmanagement heißt, Entscheidungen zu treffen.

Das Kugeln-im-Glas-Bild: Prioritäten wirklich leben

Christine arbeitet mit einem Bild, das ich sehr schön finde. Sie lässt ihre Klientinnen überlegen, was ihre wirklich wichtigen Lebensbereiche sind. Familie. Gesundheit. Beziehungen. Beruf.

Diese Bereiche werden zu großen blauen Kugeln. Und das Glas steht für die Zeit und Kraft, die du hast.

Wenn du das Glas zuerst mit den unwichtigen Dingen füllst, passen die großen Kugeln nicht mehr rein. Wenn du aber zuerst die großen Kugeln platzierst, finden die kleineren Dinge noch ihren Platz dazwischen.

Das klingt logisch. Aber wie oft füllen wir unser Glas zuerst mit dem, was dringend erscheint, und vergessen dabei, was wirklich wichtig ist?

Was Tiere uns über Stress beibringen können

Christine bringt ein Bild, das mich sehr berührt hat. Eine Maus, die gerade einer Katze entkommen ist. Als Tier schüttelt sie den Schrecken ab und geht weiter. Als Mensch würden wir die Situation im Kopf noch hundertmal durchspielen. Was hätte passieren können. Was beim nächsten Mal passieren könnte.

Genau das hält uns in der Stressreaktion gefangen. Der eigentliche Stressmoment ist längst vorbei. Aber wir holen ihn immer wieder zurück. Und der Körper unterscheidet nicht zwischen Realität und Vorstellung.

Deshalb ist es so wichtig, dem Körper immer wieder zu signalisieren: Es ist gerade alles in Ordnung. Ich bin sicher. Ich bin warm. Ich bin satt. Jetzt ist gerade kein Notfall.

Genau das leistet Entspannung. Und genau das leistet Meditation. Nicht als spirituelle Praxis, sondern als pragmatisches Werkzeug für das Nervensystem.

Zusammenfassung: Was du aus diesem Gespräch mitnehmen kannst

Stress ist nicht per se schlecht. Aber dauerhafter Stress ohne Erholung macht krank. Körperlich und mental.

Du machst dir einen großen Teil deines Stresses selbst. Durch Gedanken, Erwartungen und Regeln. Das ist keine Kritik, das ist eine Einladung. Denn was du selbst gemacht hast, kannst du auch verändern.

Kleine Momente der Pause sind mächtiger als du denkst. Dein Körper braucht sie. Dein Nervensystem braucht sie. Und deine Kinder profitieren, wenn du aus Verbindung heraus handelst, statt aus Erschöpfung.

Und vielleicht ist der wichtigste Shift dieser: Vom Ich muss zum Ich möchte. Von Fremdbestimmung zu bewusster Entscheidung. Das verändert alles.

Dein nächster Schritt mit Christine Kühnle

Du möchtest raus aus dem Gedankenkarussell und endlich wieder durchatmen? Dann schau gerne bei Christine vorbei.

Auf ihrer Website findest du einen kostenlosen Stresstest sowie ihren Newsletter mit wertvollen Impulsen für deinen Alltag:

www.christine-kuehnle.de/stress-test

Außerdem hat Christine einen eigenen Podcast: Free your mind – Gelassenheit statt Gedankenkarussell. Dort teilt sie regelmäßig Impulse, Übungen und Gespräche rund um das Thema Stress und innere Ruhe.

Direkt reinhören kannst du hier:

www.christine-kuehnle.de/podcast

Und wenn du spürst, dass auch dein Familienalltag gerade mehr Verbindung und weniger Machtkampf braucht, dann lade dir gerne meinen kostenlosen Guide herunter: Warum hört mein Kind nicht auf mich?

Du findest ihn unter https://leonie-ries.de/guide.

Ich wünsche dir von Herzen Momente der echten Stille. Und die Kraft, sie dir zu erlauben.

Auch als Video verfügbar

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Jede Reise beginnt mit dem ersten Schritt.

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