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Wenn Wut und Erschöpfung die Liebe verdrängen – Sylvie Eder über Paardynamik in der Elternschaft

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Sylvie Eder im Interview: Wie Wut & Erschöpfung die Liebe verdrängen – und was Eltern tun können, um als Paar verbunden zu bleiben.

Wenn Wut und Erschöpfung die Liebe verdrängen – Sylvie Eder über Paardynamik in der Elternschaft

Wenn Wut und Erschöpfung die Liebe verdrängen – Sylvie Eder über Paardynamik in der Elternschaft

Du liebst dein Kind über alles. Und trotzdem merkst du, dass zwischen dir und deinem Partner oder deiner Partnerin gerade eine Stille herrscht, die sich anders anfühlt als früher. Keine böse Absicht. Keine große Krise. Aber irgendwie seid ihr gerade mehr Co-Eltern als Liebespaar.

Genau dieses Thema hat mich dazu bewogen, Sylvie Eder in meinen Podcast „Klare Eltern, starke Kinder" einzuladen. Denn die Paarbeziehung ist das Fundament, auf dem eure Familie steht. Und dieses Fundament braucht genauso viel Aufmerksamkeit wie die Erziehung eurer Kinder.

Im Gespräch mit Sylvie Eder haben wir offen darüber gesprochen, was Elternschaft mit einer Paarbeziehung macht. Und vor allem: Was ihr tun könnt, damit die Liebe nicht still und leise im Alltag versinkt.


Wer ist Sylvie Eder?

Sylvie Eder ist systemische Familienberaterin, Eltern- und Mediencoach. Mit ihrer Praxis FamilienWandel begleitet sie Familien durch die verschiedenen Übergänge des Familienlebens. Ihre Schwerpunkte liegen auf der Pubertät, der Familienkommunikation und einem gesunden Umgang mit digitalen Medien.

Dabei verliert Sylvie Eder nie die Paarbeziehung aus dem Blick. Denn sie weiß aus eigener Erfahrung: Starke Kinder brauchen starke Eltern. Und starke Eltern brauchen eine starke Beziehung zueinander.

Mit ihrem Kurs „Eltern werden – Paar bleiben" begleitet sie werdende Eltern dabei, den Übergang in die Elternschaft bewusst als Team zu gestalten. Alltagsnah, empathisch und mit einem klaren Blick für das, was Familien wirklich brauchen.

Du findest Sylvie Eder unter www.familienwandel.de und auf Instagram unter @familien.wandel.


Warum Sylvie Eder dieses Thema so am Herzen liegt

Sylvie Eder spricht nicht nur als Expertin. Sie spricht auch als Mutter von drei Kindern, die selbst eine harte Phase erlebt hat. Ihr zweiter Sohn war ein Schreibaby. Stundenlang, jeden Tag.

„Von einem 12-Stunden-Tag hat er wirklich 9 bis 10 Stunden nur geschrien", erzählt sie. Ihr Mann kam abends von der Arbeit. Und das Erste, was er sah, war sein erschöpfte Frau, die ihm das schreiende Kind in die Arme drückte.

„Für mich war in dem Moment nur: Nimm ihn und geh." Kein Hallo. Kein Wie war dein Tag. Nur Erschöpfung.

Sylvie Eder sagt heute, dass diese Zeit ihre Ehe fast gekostet hätte. Und genau deshalb möchte sie anderen Eltern helfen, früher hinzuschauen. Bevor die Erschöpfung die Verbindung verdrängt.


Die größte Veränderung, die ein Paar durchmacht

Eltern werden ist die einschneidendste Veränderung im Leben eines Paares. Das klingt bekannt. Aber wie oft wird das wirklich ernst genommen?

Sylvie Eder erlebt es immer wieder: Paare bereiten sich intensiv auf die Geburt vor. Geburtsvorbereitungskurs, Babyerstausstattung, Tagesablauf. Aber was danach kommt, bleibt oft ungeplant.

„Wenn dann das Baby da ist, ist man oft einfach überrumpelt von diesem Alltag", sagt sie. Schlafmangel. Unterschiedliche Erziehungsvorstellungen. Kommunikation, die plötzlich nicht mehr funktioniert.

Und dann kommt das, was sie am häufigsten erlebt, wenn Paare zu ihr kommen: Wut und Unverständnis. Der eine macht zu wenig. Der andere fühlt sich nicht gesehen. Beide sind überfordert. Und beide reden aneinander vorbei.


Was Sylvie Eder mit Paaren erarbeitet: Die Familienvision

Eines der wirkungsvollsten Werkzeuge in Sylvie Eders Arbeit ist die Familienvision. Eine Art Vision Board, das Paare idealerweise noch vor der Geburt gemeinsam erstellen.

Dabei geht es um Fragen wie:

  • Was für ein Elternteil möchte ich sein?
  • Welche Werte möchten wir vermitteln?
  • Was ist uns als Paar wichtig zu erhalten?
  • Wie stellen wir uns die Aufgabenteilung vor?

„An diesem Vision Board können sich die Eltern später orientieren, wenn sie den Faden verloren haben", erklärt Sylvie Eder. Gerade in Momenten, wo Erschöpfung und Überforderung alles überlagern, hilft ein gemeinsamer Anker.

Denn so eine Familienvision erinnert euch daran: Was war uns wichtig? Was wollten wir als Paar erhalten? Und was ist meinem Partner eigentlich wirklich wichtig?


Mental Load, unausgesprochene Erwartungen und das Aneinander-vorbei-Lieben

Mental Load: Was im Kopf passiert, bleibt oft unsichtbar

Der Part, der zu Hause beim Kind bleibt, trägt oft einen riesigen unsichtbaren Rucksack. Arzttermine, Kitaanmeldung, Windelvorrat, Schlafroutinen. Das alles läuft im Hintergrund. Ständig.

„Der andere nimmt es aber vielleicht gar nicht wahr, weil der gar nicht mitbekommt, was im Kopf alles passiert", sagt Sylvie Eder. Das führt zu Erschöpfung auf der einen Seite und Unverständnis auf der anderen.

Die Lösung? Sichtbar machen, was unsichtbar ist. Und echtes Interesse daran zeigen, wie es dem anderen gerade geht.

Unausgesprochene Erwartungen: Das stille Gift in der Beziehung

Viele Paare tragen Erwartungen in sich, die sie nie ausgesprochen haben. An den Partner. An die Beziehung. An das Leben mit Kind.

„Der Partner kann sie aber gar nicht erfüllen, weil er von diesen Erwartungen gar nichts weiß", erklärt Sylvie Eder. Manche dieser Erwartungen stammen aus der eigenen Kindheit. Aus dem, was wir erlebt haben. Aus dem, was wir uns gewünscht hätten.

Wenn diese Erwartungen unausgesprochen bleiben, entsteht Enttäuschung. Und Enttäuschung wird schnell zu Distanz.

Die 5 Sprachen der Liebe: Aneinander vorbeilieben

Sylvie Eder arbeitet auch mit dem Konzept der 5 Sprachen der Liebe. Besonders in der frühen Elternschaft, wenn körperliche Nähe und Intimität oft zu kurz kommen, ist es entscheidend zu wissen: Wie fühlt sich mein Partner geliebt?

„Man liebt aneinander vorbei, weil der eine immer nur gibt und gibt und denkt: Warum kommt meine Liebe denn nicht an?", sagt sie. Dabei möchte der Partner vielleicht eine ganz andere Liebessprache.

Liebe ist ein Tu-Wort. Und wer weiß, wie der andere Liebe empfängt, kann sie auch wirklich ankommen lassen.


Der 5-Minuten-Paar-Moment: Kleine Geste, große Wirkung

Du kannst kein Pärchenwochenende machen. Kein langer Abend zu zweit ist gerade möglich. Das ist okay. Denn Sylvie Eder hat eine einfache Übung, die trotzdem wirkt.

Der 5-Minuten-Paar-Moment: Einmal am Tag. Kein Handy. Kein Baby dazwischen. Einfach zusammensetzen und fragen:

  • Wie war dein Tag?
  • Was hat dir gefallen? Was nicht?
  • Was wünschst du dir von mir für morgen?
  • Was kann ich tun, damit dein Tag leichter wird?

„Da muss gar kein ganzer Abend oder ein ganzes Wochenende dabei sein", sagt Sylvie Eder. Fünf Minuten echter Aufmerksamkeit. Ohne Ablenkung. Das reicht oft aus, um die Verbindung zu halten.


Wenn sich Eltern auseinanderleben: Was Sylvie Eder beobachtet

Sylvie Eder erlebt immer wieder dasselbe Muster. Paare, die als Eltern jahrelang gut funktioniert haben. Die gemeinsam durch Babyzeit, Einschulung und Pubertät gegangen sind. Und die dann, wenn die Kinder aus dem Gröbsten raus sind, feststellen: Wir kennen uns kaum noch.

„Viele Paare laufen parallel in der Elternschaft voran", erklärt sie. Jeder ist mit seiner Rolle beschäftigt. Der Blick aufeinander als Liebespaar geht verloren. Und wenn man dann wieder Zeit füreinander hätte, passt es nicht mehr.

Das lässt sich verhindern. Nicht durch große Gesten. Sondern durch regelmäßiges, bewusstes Innehalten. Durch die Frage: Sind wir noch ein Paar? Nicht nur Eltern?


Wenn Trennung die bessere Entscheidung ist

Sylvie Eder macht auch deutlich: Manchmal ist es für alle besser, getrennte Wege zu gehen. Den Kindern zuliebe zusammenzubleiben, obwohl die Basis fehlt, ist keine Lösung.

„Man kann weiterhin ein gutes Elternpaar sein, ohne ein Liebespaar zu sein", sagt sie. Die Paarebene verlassen und trotzdem auf der Elternebene gut miteinander umgehen. Das ist das Ideale in solchen Situationen.

Denn Kinder lernen nicht durch das, was wir ihnen sagen. Sie lernen durch das, was sie sehen. Wie gehen ihre Eltern miteinander um? Wie lösen sie Konflikte? Wie zeigen sie einander Respekt?

Ein respektvoller Umgang nach einer Trennung ist für Kinder wertvoller als eine unglückliche Beziehung, die nur noch aus Pflicht besteht.


Was Kinder wirklich von euch brauchen

Sylvie Eder schließt das Gespräch mit einer Botschaft, die ich dir unbedingt mitgeben möchte:

Kinder brauchen keine perfekten Eltern. Sie brauchen Eltern, die als Team funktionieren.

Die wertschätzend miteinander umgehen. Die Konflikte nicht verstecken, aber sie friedvoll lösen. Die vorleben, wie Verbindung, Respekt und Liebe im Alltag aussehen.

„Kinder lernen ganz viel von Dingen, die sie sehen und wahrnehmen", sagt Sylvie Eder. Weg vom Perfektionismus. Hin zu echtem Miteinander.

Das ist das größte Geschenk, das du deinem Kind machen kannst.


Fazit: Die Paarbeziehung ist kein Luxus – sie ist die Basis

Dieses Gespräch mit Sylvie Eder hat mich einmal mehr darin bestärkt: Die Beziehung zwischen Eltern ist nicht das, was übrig bleibt, wenn alles andere erledigt ist. Sie ist das Fundament.

Wenn dein Nervensystem erschöpft ist, wenn der Mental Load zu schwer wird, wenn Wut und Unverständnis die Verbindung überlagern, dann ist das ein Signal. Kein Versagen. Ein Signal.

Fünf Minuten am Tag. Eine ehrliche Frage. Ein echter Blick. Das reicht oft, um den Faden wieder zu finden.

Du musst das nicht alleine herausfinden. Und du musst es auch nicht perfekt machen.


Dein nächster Schritt

Hat dich dieses Gespräch berührt? Dann hör dir die ganze Folge direkt im Podcast an. Abonniere „Klare Eltern, starke Kinder", damit du keine weitere Folge verpasst.

Und wenn du spürst, dass du dir Unterstützung wünschst, ob für deine Paarbeziehung, deinen Familienalltag oder deine Rolle als Elternteil, dann lass uns sprechen. Buche jetzt dein kostenloses Kennenlerngespräch und schau, wie ich dich begleiten kann.

Sylvie Eder erreichst du unter www.familienwandel.de und auf Instagram unter @familien.wandel.

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